Fliesenkunde 2017-07-05T01:53:17+00:00

FLIESE IST NICHT GLEICH FLIESE

Es gibt glasierte und unglasierte keramische Fliesen, die hauptsächlich aus Steingut oder Steinzeug hergestellt werden. Steingutfliesen sind glasierte keramische Fliesen. Sie sind mit durchsichtiger oder undurchsichtiger Glasur bedeckt, die in der Regel in einem zweiten Brennvorgang aufgeschmolzen wird. Die glasierte Oberfläche kann glänzend, halbmatt oder matt, eben, profiliert, wellig oder dekoriert gestaltet sein. Sie eignen sich nur für den Innenraum, da sie nicht frostsicher sind. Steinzeugfliesen und Spaltplatten gibt es in den Variationen glasiert und unglasiert. Sie sind sehr strapazierfähig, von großer Härte und frostsicher. Sie eignen sich vor allem für die Verlegung in Außenbereichen – wie Terrassen, Balkone, Hauseingängen-, kommen aber auch im Haus zum Einsatz.

FEINSTEINZEUGFLIESEN

Feinsteinzeug steht für besonders dicht gepresste und gesinterte Fliesen mit einer Wasseraufnahme < 0,5 %. Es zeichnet sich durch extreme Härte, durchgefärbtes Material und besonders dichte Oberflächen aus. Durch die äußerst niedrige Wasseraufnahme sind Feinsteinzeugfliesen pflegeleicht und aufgrund ihrer Frostsicherheit auch für den Außenbereich geeignet. Durch ihre rutschhemmende Wirkung und hohe Widerstandsfähigkeit sind Feinsteinzeugfliesen zu empfehlen für hochbelastete Bereiche in gewerblichen bzw. öffentlichen Objekten, aber auch ebenso für den privaten Wohnungsbau. Moderne Oberflächenstrukturen sowie eine Vielzahl von Formaten und Farben bieten grenzenlose Gestaltungsmöglichkeiten.

MOSAIK

Die Mosaiktechnik wurde jahrtausendelang ausschließlich zur künstlerischen Gestaltung angewandt. Heute werden unter Mosaik kleinformatige Steinzeugfliesen verstanden, deren Flächen kleiner als 10 x 10 cm sind. Mosaik wird in verschienen Formaten hergestellt.

DIE RICHTIGE VERLEGUNG MACHT’S

Nur die fachgerechte Beratung und die einwandfreie Verlegung garantieren dauerhafte Freude an Ihren Fliesen. Ihr Fliesenlegermeister prüft, welche Verlegetechnik für Ihren Fliesenbelag geeignet ist. Die konventionelle Dickbettverlegung, d. h. das Verlegen der Wand- und Bodenfliesen direkt im Mörtelbett wird aufgrund der hohen Verlegegenauigkeit und wenn bauseitig kein Putz oder Estrich vorhanden ist vielfach eingesetzt. Das modernere Dünnbettverfahren, d. h. das Verkleben der Wand- und Bodenfliesen mit einem Dünnbettmörtel beschleunigt die Ausführung der Fliesenarbeiten, wenn Putz und Estrich schon vorhanden sind. Für die Dünnbettverlegung bedarf es jedoch ebener und normgerechter Untergründe, die für die Fliesenverlegung geeignet sind. Ihr Fliesenlegermeister prüft hierzu die Untergrundbeschaffenheit. Für einen einwandfreien Haftverbund der Fliesen ist die Tragfähigkeit, Festigkeit und Formstabilität der Verlegeuntergründe von besonderer Wichtigkeit. So z. B. stellt er die Belegereife junger Estriche durch Prüfung der Restfeuchtigkeit mit dem CM-Prüfkoffer fest. Zu Ihrer Sicherheit ist ein Protokoll über die Belegereife bzw. CM-Prüfung selbstverständlich. Kurzum Ihr Fliesenlegermeister weiß, worauf es ankommt, so dass Sie Ihre Fliesenträume auch voll verwirklichen können.

RICHTIG VERFUGT IST HALB GEFLIEST

Man sollte nicht so einfach über sie hinwegsehen: die Fugen. Sie sind zwar – im Vergleich zur Fliese – eher unscheinbar, spielen aber eine wichtige Rolle für den Belag. Farbe und Breite machen die Kunst der Fuge aus. Die Farbwirkung wird im wesentlichen vom Kontrast zwischen Farbe der Fuge und Farbe der Fliese oder Platte geprägt. Je harmonischer sich die Fuge an die Fliese fügt, desto großflächiger wirken die Fliesen. Einen ganz anderen Eindruck machen Fugenfarben, die einen Hell- oder Dunkelkontrast zur Fliese bilden. Je stärker der Unterschied, desto kontrastreicher die Wirkung. Die klassischen Fugenfarben sind Grau und Weiß. Farbige Fugen sollten eher vorsichtig verwendet werden.

GANZ SCHÖN STRAPAZIERBAR

Glasierte Fliesen werden entsprechend ihrer Strapazierbarkeit in unterschiedliche Abriebklassen und die entsprechenden Verwendungsmöglichkeiten eingeteilt: Klasse I: Für den Barfuss- und Hausschuhbereich in Bädern und Schlafzimmer. Klasse II: Für den allgemeinen Wohnbereich wie Wohn- und Esszimmer. Klasse III: Für mittlere Beanspruchung in Dielen, Fluren sowie auf Terrassen und Balkonen. Klasse IV: Für hohe Beanspruchung in Hauseingängen, Küchen, Arbeits- und Wirtschaftsräumen. Klasse V*: Für höchste Beanspruchung in allen Räumen und auf allen Flächen, die extrem belastet werden, z. B. in Garagen.* in Vorbereitung Extreme Beanspruchung: Da jeder genutzte Bodenbelag einem Verschleiß unterliegt, in Abhängigkeit von der Häufigkeit der Begehung sowie Art und Grad der Verschmutzung, ist für extreme Beanspruchung die Verwendung von unglasierten Steinzeugfliesen, Spaltplatten, Ziegelfliesen oder Feinsteinzeugplatten zu empfehlen. Rutschsicher für alle Fälle Die Verwendung trittsicherer Bodenfliesen ist heute in vielen Anwendungsfällen unvermeidbar. In gewerblichen und öffentlichen Bauvorhaben machen Vorschriften der Berufsgenossenschaften individuelle Vorgaben für jeden Anwendungsbereich. Aber auch der private Bauherr achtet heute immer mehr auf die Trittsicherheit seiner Bodenbeläge, insbesondere in Eingangsbereichen und auf Terrassen. Die rutsch hemmende Eigenschaft von Bodenfliesen wird in unterschiedliche Trittsicherheitsbewertungsgruppen eingeteilt. Beispiele für die erforderliche Trittsicherheitsbewertungsgruppe sind je nach Anwendungsfall in den nachfolgenden beiden Tabellen aufgeführt. Wie bei allen Bodenbelägen, ist die erforderliche Trittsicherheits-Bewertungsgruppe in jedem Einzelfall anhand der neuesten Ausgabe der jeweiligen Richtlinie, zusammen mit den zuständigen Aufsichtsstellen zu ermitteln.

SO KAUFEN SIE FLIESEN RICHTIG EIN

Wenn alles geplant ist, dann geht es nur noch darum, die richtigen Fliesen auszusuchen. Beim Flieseneinkauf sollten Sie immer die Lichtverhältnisse bedenken. Ein Keramikbelag wirkt bei Tages- und Kunstlicht völlig unterschiedlich. Eine Fliese macht noch keinen Boden: Um einen Gesamteindruck zu gewinnen, sollten Sie sich die Fliesen in größer angelegten Flächen zeigen lassen. Reserve muss vorrätig sein: Für Notfälle sollten Sie immer ein paar Fliesen mehr kaufen als ausgemessen. Die Fliesenfachbetriebe in Ihrer Nähe bieten Ihnen ein nahezu unübersehbares Programm an, das für jeden Geschmack die passende Fliese bereithält. Der Fliesenlegermeister weiß worauf es ankommt und hilft Ihnen bei der Planung und Gestaltung. Er klärt die individuellen Anforderungen und Belastungen, welchen die Fliesen standhalten müssen, und bietet Ihnen hierzu die richtige Beratung. Den guten Fliesenfachbetrieb erkennen Sie am Verbandszeichen des Deutschen Fliesengewerbes.

AUF DIE FARBE KOMMT ES AN

Ob ein Raum warm oder frisch, still oder munter, gemütlich oder kalt wirkt, hängt zum großen Teil von den Farben ab. Experimente haben bewiesen, dass helle, kalte Farben Weiträumigkeit bewirken und Räume optisch bis zu 10 Prozent vergrößern. Mit Violett bis Grüngelb können Sie also Raum gewinnen. Warme Farben von Orangegelb bis Rotviolett verkleinern dagegen. Sie gehören nur in große Bäder. Allerdings sollten Sie es nicht zu bunt treiben. Ein Farbton sollte dominieren. Wenn auffällige Farben und Motive mit Unis kombiniert werden, dann werden sie zum Blickfang. Bedenken Sie auch, dass manche Farben nicht miteinander harmonieren. Bei der Fliesen-Farbwahl sollten Objekte, Möbel und Textilien berücksichtigt werden.

FUSSBODENHEIZUNG UND KERAMIK

Eine glückliche Verbindung. Warme Füße sind garantiert, und für ein angenehmes und gesundes Raumklima ist gesorgt. Ein schöner Nebeneffekt sind die Energie- und Kostenersparnisse, die ein Fliesenboden in Kombination mit einer Fußbodenheizung beschert. Denn bereits geringe Wassertemperaturen reichen aus, um eine gemütliche Wärme zu erzielen. Da Keramikfliesen gute Wärmeleiter sind, wird die Wärme beim Aufheizen schnell und gleichmäßig verteilt. Andererseits speichern Fliesen die Wärme wie ein Kachelofen. Eine Alternative zur Fußbodenheizung ist der Thermoboden. Er wurde für den nachträglichen Einbau, also die Altbaumodernisierung, entwickelt. Als Direktheizsystem wird er unmittelbar unter dem Fußbodenbelag angebracht. Er ist vor allem für Fliesenböden geeignet, die Wärme als Strahlungswärme optimal weitergeben. Die Lufttemperatur kann einige Grade niedriger sein, ohne dass es ungemütlich wird. Damit ist eine Energieersparnis von 15 bis 20 Prozent verbunden. Außerdem kann der Thermoboden als Teilflächenheizung genutzt werden, d. h. nur da, wo sie direkt gebraucht wird.